Dieses Infighting, diese Zersetzungs-Maßnahmen wie aus einem CIA-Handbuch.

ich zitiere heute mal fefe vollständig, von dem hab ich viel gelernt zb. auch über den Tellerrand zu schauen (das hab ich auch schon vorher).. und dieses Gefühl, dass all die Spalterbewegeungen die gar nicht aktiv sein wollen sondern nur spalten, von konservativer, rechter , geheimdienstlicher Seite gelenkt werden .. dieses Gefühl kann wohl niemand, der das ernst nimmt, bestreiten..

Wieso geht von Netzfeministen eigentlich so viel strukturelle Gewalt aus?

Und wie schaffen die das, sich einerseits als Rechtfertigung für ihr Mobbing und Bullying in einer Linie mit denen zu sehen, die für Abtreibungs-Legalisierung und rechtliche Gleichstellung der Frau gekämpft haben, aber dann aber andererseits brutal gegen Alice Schwarzer und Emma zu kanten, die das wirklich getan haben?

Mir ist ja die Tage dieser alte Emma-Artikel über die Netzfeministen-Hassmobber per Mail reingespült worden, und den habe ich bei der Gelegenheit zum ersten Mal gelesen. Der ist von Januar 2017, und damals hab ich in der Ferne Fäkalien fliegen sehen aber interessierte mich nicht für die Details. Ich bin nicht gerade ein Emma-Leser und halte Alice Schwarzer für nicht satisfaktionsfähig, spätestens seit sie für die “Bild” Werbung gemacht hat (aber auch ihre Haltung zu Pornographie und Prostitution fand ich immer zu fundamentalistisch). Aber hey, war nie meine Baustelle.

Jetzt habe ich den Artikel mal gelesen und konnte da keinerlei Schmähkritik finden. Der ist sogar halbwegs sachlich, insbesondere für Emma-Verhältnisse.

Und hey, ich habe mindestens eine Sache gelernt aus dem Artikel, die ich vorher nicht wusste:

Die einzige wahre Wahrheit wird vorgegeben. Diskussionen sind nicht erlaubt. Unabgesichertes Denken schon gar nicht. Jede noch so geringe Abweichung wird im Keim erstickt. Was bedeutet: Stagnation und Sterilität.

Das alles ist nicht neu. In den 1970er Jahren hieß diese Art von Stellvertreter-Politik „Klassenwiderspruch geht vor Geschlechterwiderspruch“ und lautete die ultimative Disqualifizierung „bürgerliche Feministin“ oder „Reformistin“.

Oh wow. Das wusste ich nicht. Ich hielt das für ein neues Phänomen, diese Infighting, diese Zersetzungs-Maßnahmen wie aus einem CIA-Handbuch.

Ich stelle mir bei sowas immer vor, es gäbe ein Patriarchat, und ich solle für die eine Strategie entwickeln, wie man den Feminismus klein und irrelevant hält. Das wäre die Strategie. Bringt sie dazu, sich gegenseitig zu bekämpfen. Nehmt Themen wie Transsexuelle und Burkas und bringt die Fraktionen gegeneinander auf. Dann setze dich auf die Tribüne und halte Popcorn bereit.

Nur langsam geht von den Streitern so viel verbale Gewalt in alle Richtungen aus, dass man sich Gedanken über eine Exit-Strategie machen sollte. Vielleicht eine Aussteiger-Hotline anbieten oder so.

In einem Gespräch mit Freunden dazu wurde ich gefragt, wieso ich das überhaupt lese. Aus dem selben Grund, wieso ich Videos von Jordan Peterson gucke. Ich will das tun, was ich anderen empfehle: die Aussagen von Anderen wohlwollend interpretieren. Das hat bei Jordan Peterson übrigens Erstaunliches bewirkt. Seine Thesen wirkten alle irgendwie konservativ auf mich. Dann merkte ich eines Tages, dass nicht seine Thesen konservativ sind, sondern dass er genau die Grundthesen des Konservatismus vertritt. Interessanterweise schon auf eine Art, die selbst wohlwollend interpretiert. Anstatt von göttlicher Vorsehung spricht er davon, dass diese Strukturen ja Ergebnis einer Evolution sind, und man sie daher nicht einfach verwerfen solle, bevor man sich sicher ist, verstanden zu haben, wieso sie so entstanden sind, und welche Funktionen sie erfüllen. Statt von der natürlichen Ungleichheit der Menschen redet er von Kompetenzhierarchien und Pareto-Distributionen. Und so hat Peterson es als erster geschafft, dass ich die Grundthesen des Konservatismus gehört habe, ohne schon bei der ersten Erwährung von Gott oder der Bibel das Tab zu schließen.

Ich gönne euch allen von Herzen, dass ihr auch mal eine solche Erfahrung macht. Einen Standpunkt, den ihr immer als offensichtlich bescheuert wegignoriert habt, mal durch wohlwollende Interpretation aus anderer Sicht zu sehen. Das Hirn schüttet Glückshormone aus, wenn man es mal ohne ideologische Scheuklappen denken lässt.

Es ist auch egal, um welchen Standpunkt es dabei geht. Ich würde mir auch gerne mal eine wohlwollende Interpretation des Netzfeminismus erarbeiten, aber bei Aussagen wie

Fefe ist schon lange kompletter Trash

oder

niemand nimmt Fefe ernst LOL

und

Menschen wie Hadmut Danisch und Fefe müssen einfach bekämpft werden.

Hatte heute Morgen die Idee einen Blog zu starten, der quasi als Anti-Fefe alle Geschichten sammelt, in denen weiße cis Männer Trash sind. Aber dann fiel mir ein das gibt es schon, dazu muss ich nur in die Zeitung gucken. #menaretrash

gelingt es mir nicht, eine wohlwollende Interpretation zu finden. Vielleicht kann mir ja jemand von euch helfen.